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Übungen - Meldung vom 12.09.2009

Ölwehrübung - THW und Feuerwehr üben gemeinsam die Personendekontamination

Lübeck. An diesem Sonnabend führten rund 150 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und der Löschzuges Gefahrgut (LZ-G) des Landkreises Stormarn auf der Teerhofinsel in Lübeck eine Ölwehrübung durch. Im Mittelpunkt der Übung stand dieses Mal jedoch nicht die Ölschadensbekämpfung auf dem Wasser oder im Küstenbereich, sondern der Aufbau und Betrieb einer Dekontaminationsanlage für die Einsatzkräfte, eine sogenannte „Dekon-P".

Mit diesem Aspekt der Ölschadensbekämpfung wird dem Gedanken des Arbeits- und Gesundheitsschutzes der eingesetzten Hilfskräfte Rechnung getragen. Denn schließlich muss die Sicherheit der Rettungskräfte im Einsatz oberste Priorität haben. Das gilt natürlich in besonderem Maße auch für den Einsatz nach einer Schiffshavarie oder einem anderen Unfall, bei dem eine Gewässer- und Küstenverunreinigung droht. Die Einsatzkräfte, die für die Reinigung von Küsten und Stränden nach großen Ölhavarien an der Nord- und Ostsee eingesetzt werden, sind im besonderen Maße mit Ölen kontaminiert. Sie müssen daher mit besonderer Schutzbekleidung ausgestattet und in die Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen eingewiesen werden und sind bei Einsatzende zu dekontaminieren und umzukleiden.

Vor diesem Hintergrund hatte die Übungsleitung, bestehend aus dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, kurz LKS-SH, und der Zugführung des THW-Ortsverbandes Lübeck, zu dieser Übung geladen, um so die Leistungsfähigkeit einer „Dekon-P-Anlage im Bereich der Ölschadensbekämpfung zu erproben und eventuelle Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zahlreiche Gäste und Beobachter von Behörden und Feuerwehren sowie des Havariekommandos in Cuxhaven nutzten die Gelegenheit und verschafften sich ein Bild von der Arbeit der ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Von der Dienststelle des Landesverbandes Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein war eigens der Referatsleiter Olaf Nentwig angereist, um sich einen Überblick über den Leistungsstand zu verschaffen.

Bereits bei der Ölwehrübung 2007 in Lübeck-Travemünde, der bisher größten Übung dieser Art, war dieses Konzept in Zusammenarbeit mit dem Löschzug Gefahrgut des Kreises Stormarn vorerprobt und seitdem konsequent weiterentwickelt worden.

Bei der Übung ging es allerdings nicht nur um eine „Reinigung" der Einsatzkräfte, die aus einem verschmutzten Einsatzbereich, dem so genannten Schwarzbereich, wieder heraus müssen, sondern auch um technische und logistische Teilaufgaben, wie die Erfassung der eingesetzten Einheiten, die Versorgung mit Schutzkleidung, die Einweisung in die Einsatzlage oder auch den Schutz vor einem „Verschleppen" von Schmutz und Umweltgiften in nicht betroffene Bereiche. In kurzem Abständen wurden immer wieder Einheiten des THW durch die Schleusenbereiche gebracht, um dann anschließend die Dekontaminationsprozedur zu durchlaufen.

Dabei unterstützten Fachkräfte des THW, darunter auch Fachkräfte für Bergung unter ABC-Gefahren, die Fachleute des Löschzuges Gefahrgut der Feuerwehr Stormarn. Während sich das Team des LZ-G um die unmittelbare Reinigung der Einsatzkräfte kümmerte, übernahmen THW-Kräfte den Bereich der Einweisung in die Dekontamination, den Empfang und das Anlegen der Schutzbekleidung sowie die Einweisung in den Arbeits- und Gesundheitsschutz und die erforderliche Dokumentation.

Um die Dekon-P-Anlage unter möglichst realen Bedingungen zu testen durchliefen nicht nur Einsatzkräfte der THW-Fachgruppen Öschaden aus Lübeck, Kiel und Hamburg wiederholt die Anlage, sondern auch weitere Fachgruppen aus Lübeck, Northeim und Clausthal-Zellerfeld. Knapp zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW alle Hände voll zu tun, um so mehrere Hundert THW-Kräfte in die Einsatzstelle und sicher wieder heraus zu bringen. Der Führungstrupp der Fachgruppe Führung und Kommunikation unterstützte die Übung mit dem Aufbau und Betrieb eines Meldekopfes, der die An- und Abfahrt der Übungsteilnehmer und Gäste auf dem weitläufigen Übungsgelände organisierte.

Mit dem Ergebnis konnte die Übungsleitung dann auch mehr als zufrieden sein. Auch Stormarns Kreisbrandmeister Gerd Riemann zeigte sich erfreut über das Ergebnis der Übung und die erfolgreiche Zusammenarbeit von THW- und Feuerwehrkräften.Bei einem gemeinsamen Mittagessen, dass der Betreuungszuge des Deutschen Roten Kreuzes Lübeck zubereitet hatte, klang der Übungstag am frühen Nachmittag aus.

Allen beteiligten Helferinnen und Helfern auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für das Engagement.

Einen weiteren Bericht und Bilder von der Übung auf der Seite des LZ-G Stormarn

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Um in den "Weißbereich" zu gelagen duchlaufen die Einsatzkräfte eine Dekontamination - Ein Feuerwehrmann weist in das Prozedere
Um in den "Weißbereich" zu gelagen duchlaufen die Einsatzkräfte eine Dekontamination - Ein Feuerwehrmann weist in das Prozedere ein (Foto: Th. Schultz)
Spezialisten des Löschzuges Gefahrgut helfen beim Ablegen der Schutzkleidung (Foto: Th. Schultz)
Spezialisten des Löschzuges Gefahrgut helfen beim Ablegen der Schutzkleidung (Foto: Th. Schultz)
Zugführer Axel Böttcher weist Beobachter und Gäste in die Übungslage ein (Foto: Th. Schultz)
Zugführer Axel Böttcher weist Beobachter und Gäste in die Übungslage ein (Foto: Th. Schultz)
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